23. KW vom 06.06.-11.06.2023
Die erste Woche „allein“ unterwegs
Nun bin ich in El Puerto angekommen und bin die ersten Tage tatsächlich ein bisschen überfordert. Andreas geht arbeiten und ich „muss“ mir die Zeit allein vertreiben. Gleich am 1. Tag habe ich Saxophon über Skype mit Nele, das klappt gut und ich freue mich, dass dies möglich ist. Das Geburtstagsgeschenk von Nele „Street Beats“ ist mein/unser Ziel für‘s Sabbatical. Ich übe jeden Tag, außer am Wochenende (bis jetzt – das kommt noch). Ansonsten bin ich die ersten Tage mit Wäsche waschen und Wohnung putzen beschäftigt. Der Levante-Wind bläst stark (die Wäsche trocknet sehr gut) und es regnet auch, mit 19,8 Grad ist es am Donnerstag kälter als in Deutschland. Natürlich bleibt Zeit für den Pool und den Atlantik. Hier geht man am Wasser spazieren/wandern, manchmal ist es ganz schön voll und man muss auf den Gegenverkehr achten. Baden im Atlantik ist schön, allerdings klebt man danach vom Salzwasser sehr. Am Mittwoch haben wir das 1. Mal nach der Pause (Andreas hat nochmal 20 Einheiten Spanisch bekommen) zusammen mit Loli Unterricht. Das ist sehr schön und macht totalen Spaß. Andreas ist auch schon ziemlich gut. Ich hoffe auch bald spanisch sprechen zu können. Loli gibt uns noch Empfehlungen für Bars und Restaurants in der Stadt. Donnerstag beginne ich das Buch von Petra „Eine Liebe in Australien“, welches ich in 5 Tagen fertiggelesen habe. Neben der kitschigen Haupthandlung, wird viel darüber geschrieben, wie die Aborigines behandelt wurden und werden, schon sehr heftig und macht nachdenklich. Am Freitag fahre ich Andreas mit dem Fahrrad zum Abholen von der Arbeit entgegen, wir treffen uns im „Los Torunos“, dem Nationalpark auf seinem Arbeitsweg. Wir fahren die „schöne Strecke“ zurück am Strand, es ist wunderschön am Strand Fahrrad zu fahren und gehen über den Mittelaltermarkt, welcher aber gerade schließt, da von 15-18 Uhr Pause ist. Zu Hause erhalten wir von Christoph die kurze Nachricht, dass er im Krankenhaus ist und gleich operiert wird, da er eine Schenkelhalsfraktur hat. Oje, das war nervenaufreibend. Ich habe sofort alle Flugmöglichkeiten nach Dresden gecheckt und war schon fast wieder in Deutschland. Wir wollten eigentlich zum Mittelaltermarkt, konnten dann aber gefühlsmäßig nicht und haben lieber auf Nachricht von Christoph gewartet. Christoph hat sich dann auch ziemlich schnell nach der OP gemeldet und wir waren dann erstmal ein bisschen beruhigt. Es ist bei einem Fahrradsturz passiert. Ein Unfall ist immer doof, Christoph hatte gerade seit ca. 2 Wochen ein Praktikum an der Schule und hat sich dort wirklich wohl gefühlt. Nun war Krankenhaus angesagt. Als Mutter ist es schon schwer, nicht da zu sein, aber es ist auch schön zu sehen, wie die Kinder ihr Leben allein meistern und sich auch gegenseitig helfen. Obwohl Daniel in der nächsten Woche Chemieolympiade hat, will er nächstes Wochenende nach Dresden zu Christoph fahren. Wirklich schön. Christoph muss nun wieder das Laufen lernen, mit Krücken. Am Samstag machen wir uns dann doch auf den Weg zum Mittelaltermarkt in El Puerto, wandern an den Ständen entlang und lauschen der Musik, den Gerüchen und verkleideten Figuren (Menschen, Bäumen etc.). Wir probieren noch eine Empfehlung von Loli, das APOLO (Plato y Tapaz), aus und sind wirklich vom Oktopus begeistert. Vielleicht werden wir doch noch richtige Fischliebhaber. Sonntag schlafen wir erstmal aus, bauen an der Abstellkammer und am Nachmittag fahren wir zu Sahra und Jens in eine Finka in der Nähe von Veijer Doppelkopf spielen. Andreas hat Sahra auf einem Flug nach Hamburg kennengelernt und sie haben sich zum Doppelkopf spielen verabredet. Sahra kann die Regeln gut erklären und ist auf der Suche nach einer festen Gruppe, mal sehen, ob wir das werden. Einmal hatten wir schon im April gespielt. Es war wieder ein schöner Nachmittag/Abend. Wir verabreden uns für in 14 Tagen. Jens hatte einen Freund zu Besuch, der ein paar Tage Zwischenstopp beim Segeln gemacht hat. Er erzählt viel über die Orcatruppe in der Straße von Gibraltar, die Segelboote angreift. Irgendwann muss ich dann Andreas aus dem Haus ziehen, Sahra ist schon ins Bett gegangen.














