25. KW vom 19.06.-25.06.2023
Friseurtermin Fliegen Campen und Wandern in Grazalema
Am Montag habe ich den von Loli vereinbarten Friseurtermin um 9:30 Uhr und fahre mit dem Stadtbus zum Plaza del Torro. Wenn man weiß wie Busfahren funktioniert, geht es ganz gut. Christoph hatte uns zwei Karten am Centrum Maritimo für jeweils 2 Euro Kaution besorgt. Diese Karten lädt man im Bus auf und fährt dann für 50 Cent, anstatt für 1,20 Euro. In der Peluqueria bin ich die 1. Kundin und werde schon als BARBARA erwartet. Mit ÜbersetzerApp und Haarfarbkatalog einigen wir uns auf eine Farbe, ansonsten können wir uns nicht wirklich unterhalten. Okay, Coffee Solo klappte noch gut. Pantomime zum Haare schneiden haben wir auch verstanden. Geföhnt wurde ich von 2 Personen. Ich bin zufrieden mit meiner Frisur und vereinbare gleich einen neuen Termin in 4 Wochen. Obwohl der Preisunterschied zu Deutschland nicht so groß ist, wie von Loli versprochen, kaufe ich mir noch ein Kleid und eine kurze Hose für 28 Euro. Zurück an der Haltestelle vom Strand gehe ich gleich mal zum Atlantik gucken und denke über eine kleine Mittagsmahlzeit nach. Es ist 12 Uhr. Ich habe auch was Schönes über die neumodischen Online-Essenkarten über QR-Code auf dem Tisch gefunden, leider gibt es bis 13 Uhr nur Frühstück; hatte uns Loli doch so gut erklärt. Dann probiere ich einfach mal das typisch spanische Frühstück: Toastbrot mit Olivenöl und Tomate püriert. Schmeckt auch lecker, leider glutenbelastet und wieder erst nach der Hälfte des Brötchens dran gedacht. Zu Hause telefoniere ich noch mit Sandra, sie sagt leider ihren Besuch für Freitag ab. Schade. Ich hole Andreas von der Arbeit mit dem Fahrrad ab, wir gehen noch ein Eis in der Stadt essen und schwatzen noch mit einem deutschen Pärchen, die ganz doll von Tarifa und den Walbeobachtungen (Sichtungsgarantie) begeistert waren. Im Fahrradladen kaufe ich mir noch ein Fahrradschloss, nun kann ich auch allein unterwegs sein.

Dienstagfrüh bin ich schon aufgeregt, da ich heute einen Schnupperflug mit einem Leichtflugzeug habe. Aber erstmal ist Saxophon mit Nele. Gabriele guckt auch immer mal ins Bild, schön. Zu 15 Uhr hole ich Andreas mit dem Vito von der Arbeit ab. Eine sehr ungünstige Zeit, es ist gerade Feierabend bzw. Pause. So viele Autos. Wir fahren zu Harald nach Lebrija. Irgendwo auf dem Feld steht eine Halle, in der sein Leichtflugzeug steht. Harald ist Deutscher, 63 Jahre alt und lebt seit ca. 20 Jahren in Rota, hat mit 13 Jahren begonnen Segelflugzeuge zu fliegen und hat eine Flugschule in der Sonne Andalusiens. Nach fast 1 Stunde Einweisung ins Flugzeug heben wir ab. Andreas macht Fotos und Videos von unten und baut am Bus. Wir fliegen zu den Bergen, über den Stausee und ich darf steuern. Und das ziemlich lange, wir sind 1,20 Stunden in der Luft. Das Flugzeug reagiert wirklich schnell. Es ist total schön und ich vergesse es wirklich Fotos zu machen. Leider wird mir dann irgendwann übel. Harald bringt uns wieder sicher auf die Erde runter. Ein schönes Erlebnis. Danach wird auch nochmal viel geschwatzt. Gegen 22 Uhr sind wir zu Hause. Mir ist immer noch schlecht und ich habe Kopfschmerzen. Mein Gedanke einen Flugschein zu machen wird kleiner. Da das Flugzeug von Harald eh erstmal zu einer größeren Inspektion muss, habe ich noch genug Zeit für die Entscheidung. Eigentlich wollte Andreas auch eine Flugstunde nehmen, er ist aber leider fürs Flugzeug noch zu schwer.






Auch am Mittwoch habe ich noch Kopfschmerzen. Es war schon laut im Flieger. Ich werde erst spät munter. Ich frühstücke um 11:30 Uhr, Spanien ist wohl doch mein Land. Christoph wurden heute die Fäden gezogen. Es geht ihm den Umständen entsprechend gut. Er macht das wirklich toll. Ich wische die ganze Wohnung. Irgendwie hat man hier den Eindruck, dass das gar nichts bringt. Es ist sofort wieder staubig. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit sind auch viele Dinge schnell verrostet bzw. vergammelt. Zum Abend haben wir wieder Unterricht mit Loli. Ich frage endlich mal nach den Ruhezeiten, zwecks Saxophon spielen. Von abends 22:30 bis morgens 10:30 Uhr und von 14 – 17 Uhr gilt die Silencio-Zeit. Es macht wieder Spaß mit/von ihr zu lernen. Immerhin verstehe ich sie schon, ein bißchen.
Nach der täglichen Routine, Duolingo, Saxophon, Atlantik und Pool schreibe ich am Donnerstag endlich den Blog für die letzten 2,5 Wochen. Abends entscheiden wir uns dazu, am Freitag mit dem Vito nach Grazalema zu fahren, um dort Wandern zu gehen und der großen Hitze hier am Wochenende zu entfliehen.
Gegen 17 Uhr fahren wir am Freitag mit dem gepackten Vito los nach Grazalema. Die Natur ist immer beeindruckend, auch nur guckend aus dem Bus. Gegen 18:30 Uhr kommen wir auf dem kleinen Zeltplatz in den Bergen an und werden am Eingang gleich von einem deutschen Pärchen empfangen. In der Woche war es sehr leer, aber das ändert sich wohl am Wochenende. Und tatsächlich haben wir noch Glück und bekommen einen Stellplatz, denn die wenigen restlichen Plätze sind vorreserviert. Wir bekommen allerdings einen Stellplatz, der nicht nur an der Durchgangsstraße liegt, sondern über unseren Stellplatz wird drüber gefahren. Insgesamt ist es trotzdem eine schöne Stimmung dort und wir fühlen uns wohl. Die spanischen Familien reisen mit riesengroßen Kühlschränken und alle Familienmitglieder sind dabei, mit Hund und Oma… Wir gönnen uns ein kaltes Bier und sind am Mirador von dem Ausblick begeistert. Zum Abendessen gehen wir in die Stadt ins „Cádiz es Chico“, lecker. Auf dem Rückweg kommen wir am Dorffest in der Calle Nuevo vorbei, wir hatten auch schon ein Plakat (in Größe eines DIN A4 Zettels) gesehen. Dort wird mit vorherigen Markenverkauf gegessen und getrunken. Wir schaffen es auch uns Karten für Getränke zu beschaffen. In der Mitte des Platzes ist ein kleines Feuer aufgebaut. Darüber springen die Jungs des Ortes und die Väter filmen diese Aktion stolz. Auch hier sind wieder die ganz kleinen Kinder bis zu den Alten vertreten, irgendwie schön. Bis 23 Uhr schauen wir uns die Veranstaltung an und gehen dann zum Zeltplatz. Wir schlafen wirklich gut im Vito, obwohl mir zum Anfang schon ein bißchen mulmig ist, da wir die Tür nur mit der neuen Gardine geschlossen haben. Dadurch ist es luftig im Bus und wir schwitzen nicht. Unsere Entscheidung in die Berge zu fahren war gut, da es in El Puerto am Tag 40 Grad geworden sind, hier nur 32 Grad. Beim Frühstück auf dem Durchgangsplatz haben wir alle Aktivitäten auf dem Zeltplatz im Blick. Gegen 11 Uhr gehen wir los zu unserer Wanderung „Hoch über Grazalema“. Gleich am Eingang des Wanderweges werden wir von einer ca. 1,5 Meter großen Schlange erschreckt. Sie war schnell weg, ich war danach dann wirklich munter. So eine große Schlange haben wir in Australien nicht gesehen. Die Wanderung führt gleicht zu Santo und einer alten zerfallenen kleinen Kapelle, die auch an den Bürgerkrieg erinnern soll. Der mit kleinen gelben Pfeilen und Steinmännchen gekennzeichnete Weg wird irgendwie immer unerkennbarer und wir wundern uns sehr über die leichte Einstufung. Irgendwann sind wir an der kahlen Kalksteinwand und haben uns verirrt und finden den Weg nicht mehr. Dann entschließen wir uns doch soweit zurück zu gehen, bis wir wieder einen kleinen gelben Pfeil sehen und finden den Weg. Es ist zwar wunderschön hier oben, wir gehen auch über den Kamm des Berges, es sollte aber eine kurze, einfache Tour werden. Die Geier begleiten uns ständig. Oben auf dem Berg sehen wir sie sogar von oben. Aus den 2 Stunden der vorgeschlagenen Tour wurden 4,5 Stunden. Die 7 km stimmten allerdings. Glücklich, überlebt zu haben, gehen wir gleich in den Pool und merken wieder, was für einen tollen Pool wir in El Puerto haben. Den Abend verbringen wir auf dem Campingplatz. Andreas wird noch auf seinen Autostromanschluss angesprochen.



























Am Sonntag verlassen wir gegen 11 Uhr den Campingplatz und machen uns noch auf die Wanderung zum Stausee. Diesmal ist es wirklich ein Wanderweg, den man erkennen kann. Danach gucken wir noch zum Puerto de Boyer, ein schöner Ausblick. Nach 3,5 Stunden und 7,6 km wandern fahren wir zum Besucherzentrum El Bosque, da wir beschlossen haben den Naturpark Grazalema nochmal zu besuchen. Es gibt hier einen Kernzone für die man sich vor der Wanderung anmelden muss. Das Besucherzentrum, wo man diese Karten bekommt hat nur von 10 – 14 Uhr offen. Es ist 14:20 Uhr. Naja, dann gehen wir eben ins Restaurant in der Nähe. Wir können schon gut bestellen und der Kellner spricht nicht englisch sondern spanisch mit uns, obwohl er dies am Nachbartisch macht. Wir werden nicht mehr als totale Ausländer angesehen.









Auf dem Rückweg machen wir kurz Halt in Arcos de la Frontera, liegt auch so am Hang wie Ronda und sind gegen 18 Uhr in El Puerto. Es geht gleich in den Pool, hier sind 39 Grad. Das ist selbst mir ein bisschen zu heiß. Abends gucken wir Tatort und James Bond „Keine Zeit zum Sterben“.

