30. KW vom 24.-30.07.2023

Arcos de la Frontera/Bosque/Flamenco/ Lichternacht in El Puerto/Marokko-Tanger/ Osborne Sherry Verkostung/Tom Jones

Montag wollen Sandra und ich wandern gehen. Deshalb stehen wir auch früh auf. Wir fahren gegen halb 9 mit dem Vito los nach Arcos de la Frontera, eine der weißen Orte, welche am Hang liegen, ein kleines bisschen wir Ronda. Die Stadt ist noch sehr leer. Leider ist der Aussichtspunkt an der Burg geschlossen, aber wir finden noch andere schöne Miradore. Auch von unten kann man schöne Fotos machen.

Gegen 12 Uhr geht es weiter nach El Bosque. Ich finde auch das Infozentrum für den Nationalpark, leider kann die Servicekraft mir nicht wirklich Auskunft geben. Aber er hat wohl auch nicht verstanden, was ich wollte (Sandra ja auch nicht). Wir machen uns mit dem Vito auf den Weg zum Botanischen Garten, unser Ausgangspunkt für die Wanderung. Der Weg führt durch die Stadt, eine Straße war gesperrt und die Straßen wurden immer enger. Dann sollte es in einer rechtwinkligen Kurve mit Häusern weiter gehen. Ich traue mich nicht weiter bzw. will auch nicht weiter, da es einfach zu eng für den Vito ist. Uns gegenüber steht erst ein Moped, der dann irgendwann absteigt und dann ein Auto. Sandra geht zu der Frau im Auto hinter uns, und erklärt ihr, dass wir zurückwollen. Sie sieht das schnell ein und es klappt erst auch, aber dann ist noch ein Auto dahinter, diese Frau wollte das nicht einsehen und es wurde gehupt. Naja, ich schaffe es irgendwann, 2 Autolängen zurück zu stoßen und auf der rechten Seite zu parken. Dabei kommt ein Polizist vorbei, interessiert sich aber gar nicht für uns, sondern nur für die Frau, die nicht zurückfahren wollte, wahrscheinlich die Strafe fürs Hupen. Ich erkunde die Straßen um uns herum und finde dann einen Weg, der breit genug für den Vito ist. Das war schon ziemliche Aufregung mit den Spaniern von vorn und von hinten. Wir kommen dann endlich am Ausgangspunkt für unsere Wanderung an und der Weg ist gesperrt, na toll. Wir wandern ein bisschen anders herum, es ist aber ganz schön warm und wir brechen relativ früh ab.

Wir müssen auch früh wieder in El Puerto sein, da wir noch Spanisch haben. Heute üben wir das 1. Mal Flamenco. Es klappt ganz gut und macht Spaß mit Loli. Andreas kann die Schritte super. Schön, dass Sandra auch dabei ist. Danach geht es beim 3. Versuch eine Gaststätte zum Essen zu finden ins Demente – Strandbar, die auch entgegen der spanischen Regel schon zwischen 20-20:30 Uhr Essen anbietet. Lecker.

Den Dienstag lassen wir ruhig angehen. Sandra hat noch einen online Termin. Ich spiele Saxophon. Wir gehen mit den Stühlen zum Strand, es geht uns gut.

Wir buchen die Tickets für den Marokko-Ausflug am Donnerstag. Das Wasser im Pool ist wieder klar, so dass wir wieder baden gehen können. Abends gehen wir zur Lichternacht in El Puerto. Endlich sehen wir das Schloss von innen, mit vielen Kerzen und Lichtern geschmückt und im Innenhof mit einem Saxophonspieler. Wir besuchen noch weitere beleuchtete Innenhöfe mit Lichtern, darunter eine Galerie und mehrere Hotels. Teilweise wird Musik gemacht. Wir bekommen Wein mit Seven Up. Die Frau ist sehr redselig, sie ist auch zugezogen und wohnt nun schon seit 40 Jahren in El Puerto. Viel mehr verstehen wir nicht.

Mittwoch fahren Sandra und ich nach Rota zum Korallenriff, oder was auch immer das ist. Es ist gerade Niedrigwasser, es ist sehr interessant mit vielen kleinen Krebsen usw. Wir finden nicht heraus, wonach die Leute suchen und auch Loli kann es uns nicht wirklich verraten. Jedenfalls ist es schön dort und irgendwie ein Abenteuer. Abends ist nochmal Spanisch mit Loli und wieder Flamenco.

In der Nacht zum Donnerstag bin ich so aufgeregt, dass ich doch nochmal genau gucke, wann wir uns am Hafen treffen sollen. Wir sollen 1,5 Stunden vor der Abfahrt eingecheckt sein. Somit verschiebt sich unsere Abfahrt um ½ Stunde nach vorn. Halb sieben geht’s los nach Tarifa, wir kommen rechtzeitig an, es klappt alles gut und wir kommen mit spanischer Pünktlichkeit gegen 9 Uhr mit der Fähre nach Tanger los. Morgen ist in Marokko Weihnachten. In Tanger geht es mit einem Bus durch die Stadt, vorbei am Königspalast und Parlament auf einen Platz mit Kamelen. Dort hat Andreas sofort einen Hut auf und mir wird erfolgreich ein Kupferarmband verkauft. Wir fahren zum Steinfort und gucken rüber nach Europa. Die deutsche Führung wurde relativ schnell in eine englische umgewandelt, obwohl ja fast jeder Marokkaner 7 Sprachen sprechen kann. Beim Durchgehen durch die Gassen der Stadt meinte unser Führer dann: „Let’s go Essen“. Das Mittag wurde durch orientalische Musik begleitet. Unsere Guides haben aber wirklich gut auf uns aufgepasst, wir mussten immer zusammenbleiben. In einiges Ecken hätte ich auch nicht allein sein mögen. In der Medina (Altstadt) ging es durch sehr enge Gassen, Teppichläden, Märkte, „Apotheken“, Schneiderein und nicht definierbare Läden und Werkstätten. In einer „Pharmazie“ wurden Geruchsproben von Gewürzmischungen, Cremes und Seifen gegen Mücken etc. gemacht. Wir waren erst ein bisschen genervt, dann wurde es doch ganz lustig. Und natürlich wurde so einiges verkauft, auch wir haben Gewürzmischungen und Detox-Tee und Sandra Creme gekauft. Es war ein Gefühl von Obst-Mani und Hamburger Fischmarkt. Danach hatten wir noch 30 Minuten Freizeit. Wir waren froh, dass wir uns nicht verlaufen haben. Mit einer halben Stunde Verspätung fahren wir nach 6 Stunden Aufenthalt in Marokko zurück nach Europa. Abends gegen halb 9 sind wir nach einem langen, aber aufregenden Tag auf dem afrikanischen Kontinent zurück in El Puerto.

Afrika, mit Europa im Hintergrund

Für Freitag hatte Loli für Sandra und mich Karten für die Osborne Bodega für eine Sherry Tour mit Verkostung reserviert. Wir sind auf der deutschen Führung mit 7 Personen. Die Frau an der Rezeption spricht super deutsch, die ist dann auch unsere Führerin ist und erklärt uns super, wie Sherry hergestellt wird. Manchmal möchte man gar nicht so genau wissen, was man trinkt/isst. Aber die Verkostung ist sehr lecker und wir werden nun wohl öfter Sherry trinken.

Direkt neben Osborne ist das Restaurant Toro, welches schon ab 13 Uhr Mittagstisch anbietet, eher nicht üblich in Spanien. Es ist lustig mit dem Kellner, Sandra darf nochmal zwei Portweine probieren und ich muss mein bestelltes Gericht wiederholen, solange bis ich es richtig ausgesprochen habe. Es schmeckt sehr fischig…

Natürlich kaufen wir noch im Shop ein. Sandra kann nicht so viel mitnehmen, wie sie möchte, der Koffer muss ja noch zu gehen. Sandra meint, sie könnte sich an das spanische Leben gewöhnen. Gegen 16 Uhr zu Hause müssen wir uns erstmal ausruhen, dann geht’s nochmal in den Atlantik und wir grillen zum Abendessen ein schönes Stück Fleisch.

Samstag um 7 Uhr geben wir Sandra am Flughafen ab. Es war eine schöne Woche mit Sandra. Der Flieger sollte um 8:35 Uhr in Jerez starten. Sandras Koffer war schon eingecheckt und sie schon hinter dem Sicherheitsbereich, als die Durchsage kam, dass der Flieger mit einem kleinen Vogel zusammengestoßen ist. Es muss ein Techniker den Flieger abnehmen, in Spanien gibt es keinen, der sollte aus München eingeflogen werden. Dann hat sich doch ein spanischer Techniker gefunden, nun war aber die maximale Arbeitszeit des Bordpersonals vorbei… Gegen 16:30 Uhr geht es dann endlich los nach Frankfurt, am Sonntag gegen halb 10 ist Sandra endlich zu Hause.

Wir haben seid Samstag unsere beiden Jungs auch bei uns. 😊

Sonntagabend gibt es ein Konzert in Jerez beim Tio Pepe Festival mit Tom Jones. Wir sind von der Bodega erst ein bisschen enttäuscht (im vorigen Jahr bei „Cool and the Gang“ in der anderen Bodega war es kleiner und schöner, vielleicht war das auch noch eine Corona-Veranstaltung. 😉), aber als wir uns orientieren, den Weinkeller sehen und Sir Thomas dann zu Singen beginnt sind wir begeistert. Das Konzert begann um 22:15 Uhr unter freiem Himmel bis kurz vor Mitternacht. Schon Wahnsinn die Stimme und das Durchhaltevermögen mit 83 Jahren. Ein sehr schöner Abend.