32. KW vom 07.-13.08.2023
Sierra Nevada/Steffen besucht uns/Stierkampf/Cadiz
Seit ein paar Tagen habe ich (besonders beim Schlafen) ein Ziehen in der Hüftgegend, so als ob ich mir den Gürtel zu eng geschnallt habe. Montag früh gibt es dann Bläschen auf der Hüfte. Na toll. Meine Google-Recherche ergibt Gürtelrose. Nach dem Tipp von Andreas rufe ich beim medizinischen Team von International SOS an. Ich dachte ich bin bei der Krankenkasse. Egal, nach Auskunft der Ärztin soll ich das besser abklären lassen und sie schickt mir per E-Mail 2 Kliniken aus ihrem Netzwerk, eine in Jerez und eine in Cadiz. Nachmittags fährt Andreas mit mir in die Klinik nach Jerez. Obwohl die Ärztin am Telefon direkt gesagt hat, dass wir zur Notfallaufnahme gehen sollen, versuchen wir es erst bei der Allgemeinen Abteilung. Dies klappt wirklich nicht, irgendwann finden wir die Notfallaufnahme, gerammelt voll. An der Anmeldung ist aber Platz. Ich zeige ihr meinen vorbereiteten Zettel und wir sind wirklich richtig. Sie fragt, ob ich das erste Mal in Andalusien beim Arzt bin und beginnt dann mit der Anlegung einer Akte von mir. Wieder ist mein Vorname schwer… Es fehlt der 2. Name für Spanien, dann wird eben Straßburg genommen etc. Nach mehr als einer halben Stunde scheitert es an der Eingabe der Provinz für Rostock. Auch Mecklenburg/Vorpommern haben wir angegeben etc. Sie möchte unbedingt meinen Reisepass haben (hatte ich nicht mit), der Ausweis reichte nicht… Wir fahren zurück nach El Puerto, holen den Reisepass und fahren ins Krankenhaus von El Puerto. Hier klappt die Anmeldung problemlos, allerdings haben wir gleich gesagt: „private Abrechnung“. Somit habe ich gleich eine Rechnung über 130 Euro, die ich sofort vor der Behandlung bezahlen muss. Ich komme ziemlich schnell zur Vorinfo bei den Schwestern ran. Gut, dass ich den Zettel habe. Die Verständigung ist nicht wirklich einfach. Werde wieder rausgeschickt zum Warten. Der Warteraum ist gleich am Eingang der Notfallstation. Es ist auch hier sehr voll. In Spanien scheint es aber auch üblich zu sein, dass die ganze Familie zum Arzt geht. Teilweise waren bis zu 5 Leute für eine Person da, vereinzelt gab es auch nur 2 Personen. Dementsprechend ist der Geräuschpegel. Auch die Polizei ist im Vorraum der Ärzte vertreten, um auf den Mann mit den Handschellen aufzupassen. Nach 2 Stunden komme ich endlich ran, die Ärztin spricht kein Wort englisch. Bei der Anmeldung etc. gings halbwegs problemlos. Über Google-Übersetzer geht es dann aber gut. Ich bin so dankbar, dass Andreas mich überall begleitet hat. Außer die Spritze musste ich mir allein abholen. Mit der bestätigten Diagnose und 2 Rezepten kommen wir gegen halb zehn zu Hause an.
Die Spritze hat sehr gut geholfen, am Dienstag früh bin ich schmerzfrei und hoffe, dass der Rest sich auch erledigt. Wir wollen heute in die Sierra Nevada. Andreas ist noch früh zur Arbeit. Ich packe den Bus zu Ende und telefoniere fast 2 Stunden mit Christoph. Morgen beginnt seine ambulante Reha. Zu 14 Uhr fahre ich Andreas von der Arbeit abholen. Wir treffen uns in der Boccadillo Bar mit Oskar. Oskar wundert sich, dass wir bei dem Wetter in die Sierra Nevada fahren wollen, gibt uns dann aber Tipps, welche Wanderungen man dort gut machen kann. Wir verstehen dann, was Oskar meinte, als wir dichter zu unserem Zeltplatz kamen. Es wurde immer heißer. Unser Plan ins Kühle zu fahren hat erstmal nicht geklappt. Der Zeltplatz in Güejar Sierra ist sehr schön, allerdings auch ziemlich teuer. Um 21:30 Uhr sind noch 30 Grad. Gegen Mitternacht schlafen wir dann doch ganz gut in unserem Bus. Wir haben die Keckklappe und Türen offen gelassen und mit Gardinen abgehangen. Andreas hatte am Montag noch in der Werkstatt angerufen und wegen einem Termin wegen der Motorleuchte gefragt. Wir haben einen Termin am Freitag, es ist aber kein Problem mit dem Bus zu fahren. Mittwoch früh entscheiden wir uns, nur eine Nacht auf dem Zeltplatz zu bleiben und fahren dann los ist die Sierra Nevada. Bei den kleinen Serpentinen mit Steigungen von 22% hat der Bus dann doch ein paar Probleme. Er beschleunigt nicht, wir müssen auf der LKW-Spur fahren. Im Ort Sierra Nevada angekommen ist es angenehm von den Temperaturen, nur 27 Grad. Wir fahren mit der Gondelbahn und dem Sessellift hoch und starten unsere Wanderung bei 22 Grad. Echt schön. Obwohl es hier baumlos ist, haben wir Schatten, da immer eine Wolke über uns ist. Eine tolle Wanderung, die als Spaziergang begann. Wir sind bis hoch auf den Pico del Veleta, 3396 m, wahrscheinlich unser bisher höchster Berg. Wir sind gerade mit dem Sessellift auf der unteren Station, da beginnt es zu donnern. Eigentlich wollten wir noch kurz zum See gucken, entscheiden uns dann aber für die Rückfahrt mit der Gondel. Es kommt kein Gewitter. Andreas sucht uns ein Hotelzimmer und wir verbringen den Rest des Tages in Sierra Nevada und träumen vom Winterurlaub hier, dem südlichsten Skigebiet Europas.


























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Nach dem Frühstück im Hotel machen wir uns wieder auf den Weg nach El Puerto. Andreas geht am Nachmittag noch arbeiten und ich putze die Wohnung und räume den Bus aus. Freitag früh gegen 6 Uhr ruft Steffen an. Er ist die Nacht durchgefahren und nun wohlbehalten bei uns angekommen. Nach einem Willkommensbier für Steffen und Frühstück für Andreas, fährt Andreas zur Arbeit und Steffen und ich nicken nochmal über. Gegen 12 Uhr gibt es im Vorgarten Frühstück.

Andreas hat heute früh den Bus in die Werkstatt gebracht. Zuerst dauert es ziemlich lange bis sich die Werkstatt zurück meldet. Am Nachmittag kommt dann die Information, dass die Motorsteuerung gewechselt werden muss und ein Auto für das Wochenende gesucht wird. Die echt gute Info ist, dass alles auf Garantie/Kulanz geht. Steffen und ich fahren Andreas von der Werft abholen und in der Zeit hat sich dann auch Mercedes zurückgemeldet. Im Autoverleih ist Andreas zwar angemeldet, aber sie haben noch nicht die Rückmeldung von Mercedes, was heißt, dass es noch dauert. Diese Zeit nutzen wir, um für Steffen eine Werkstatt zu finden. Er hatte sein Auto vor der Fahrt nochmal fit machen lassen, leider fiel die Klimaanlage dann doch aus. Bei 39 Grad wirklich ärgerlich. Wir finden auch ein Mazda Laden, der auch offen haben sollte … aber keiner da. Steffen hatte schon alles mit der Versicherung abgemacht. Endlich kommt jemand, leider nur ein Verkäufer und erklärt uns, dass wir innerhalb von 20 Minuten anrufen müssen, aber die Werkstatt jetzt nicht aufhat, am Wochenende auch nicht, Montag wohl auch nicht und Dienstag ist Feiertag. Wir rufen nicht an.

Glücklicherweise hat es bei Andreas gut geklappt, er hat einen blauen Seat bekommen. Endlich geht’s nach „Hause“. Wir entspannen auf der Terrasse und irgendwann muss dann Schlaf nachgeholt werden. Samstag früh geht’s dann wirklich in den Pool für Andreas und Steffen.

Wir machen einen Plan für die nächsten Tage. Stierkampf kommt noch vor bei der Planung. Obwohl wir immer gesagt haben, das machen wir nicht, gewann dann doch die Neugierde und da am Samstag der letzte Tag in der Saison für El Puerto war, bestellten wir uns Karten; natürlich die hochpreisigen im Schatten. Vorher gabs noch einen kurzen Spaziergang am Strand.

Um 19 Uhr fahren wir mit dem Bus in die Stadt. Der Bus ist voll mit vielen Sitzkissenbesitzern in den spanischen Nationalfarben. An der Stierkampfarena ist es sehr voll, aber irgendwie beeindruckend, wie eine ganze Stadt zu dem Event läuft. Vor der Arena können wir nicht widerstehen und kaufen uns auch jeweils ein Kissen. Diese hätte man nicht wirklich gebraucht.


Die Größe der Arena ist beeindruckend. Neben uns sitzt eine Familie mit einem Jungen und Mädchen, schätzungsweise zwischen 4-5 Jahre alt. Es ist ein Familienevent.



Plötzlich, ohne eine Ansage ging der Stierkampf los. Es ist immer der gleiche Ablauf, insgesamt 20 Minuten. Ich dachte wir sehen nur einen Kampf, es waren insgesamt 6. Beim 6. Kampf wurde der Torero zweimal auf die Hörner genommen. Das tat bestimmt weh, aber er lässt sich nach kurzer Pause feiern. Wir sind uns sicher, dass wir nicht nochmal zum Stierkampf gehen werden, wissen aber auch nicht wirklich was wir von der Veranstaltung halten sollen. Leider konnten wir die Zwischenrufe nicht verstehen und auch nicht das Winken mit den weißen Tüchern richtig zuordnen.

Um aus der Arena mit mehr als 12.000 Plätzen zu kommen, dauert es. Steffen ergattert noch eine Autogrammkarte von einem teilnehmenden Torero.


So voll wie die Stadt ist, denken wir erst gar nicht darüber nach, mit dem Taxi zu fahren und machen uns zu Fuß auf den Weg (45 Minuten). In Vistahermosa gibt es ein Pausenbier. Es ist noch sehr warm. Wir schließen Wetten ab, wie warm, es durfte keine Temperatur doppelt vorkommen. 25, 26 und 27 Grad sind unsere Tipps. Unsere Wetterapps geben uns allen dreien Recht. 😊

Sonntag fahren wir mit dem Leihauto nach Cadiz und machen einen ausgiebigen Spaziergang durch die City, an der Promenade entlang und im botanischen Garten gibt es einen Snack. Abends grillen wir und Steffen bereitet Cocktails zu (leider noch nicht für mich).













