22. KW vom 29.05.-05.06.2023

Reise mit Andreas nach Spanien Andorra/Ordesa – Pyrenäen Zaragoza/Toledo

29.05.2023 – Andorra

Beim Kaffeekochen fliegt uns die Sicherung raus. Wir buchen mehr Leistung und einen weiteren Tag auf dem Campingplatz nach. Vorm Bus kommt zwischen den Bäumen Sonne raus und wir können das Frühstück genießen. Wir versuchen noch Wanderkarten etc. zu finden und fahren gegen halb 11 zum Mirador Roc de Quer. Es ist ein beeindruckender Aussichtspunkt über Andorra, an dem viele Fotos geschossen werden. In Vorbereitung auf die Wanderung gibt es Eis, Oliven und Bier. Wir wandern den Berg hoch. Es sieht immer wieder anders aus, aber immer wunderschön. Zurück am Bus fahren wir die andere Seite des Berges mit einigen Zwischenstopps zum Fotos machen hinunter.

Da sind wir hoch gefahren

Auf dem Campingplatz wird erstmal gegrillt und dann ausgeruht, bevor wir uns zur nochmaligen Tour durch Andorra la Vella aufmachen. Diesmal sind die Geschäfte geöffnet. So richtig shoppen können wir nicht, ich kaufe mir dann aber doch eine dünne Regenjacke, welche ich auch kurzfristig gut gebrauchen kann. Wir hatten uns gerade ein paar Essensachen gekauft, da fing es ziemlich doll an zu regnen und wir zogen es vor, in eine Gaststätte einzukehren. Es war absolut spanisches Ambiente, sehr laut…aber es hat gut geschmeckt. Außerdem können wir hier, weil Andorra nicht zur EU gehört und deshalb die Telefontarife nicht gelten, erstmal kurz unsere Nachrichten checken. Während einer vermeintlichen Regenpause machten wir uns auf den Weg zum Campingplatz. Kurz nachdem wir am Campingplatz angekommen sind, hörte es dann auf zu regnen. Den Rest des Abends verbringen wir im Bus.

30.05.2023 – Andorra – Ordesa (Nationalpark in den Pyrenäen)

Wir können wieder entspannt vorm Bus frühstücken. Gegen halb 11 geht die Reise weiter durch die Pyrenäen mit dem Ziel Ordesa Nationalpark auf spanischem Gebiet. Für die 260 km Entfernung brauchen wir über 4 Stunden Fahrtzeit. Insgesamt noch mehr, da wir viele Fotostopps und eine schöne Mittagspause mit eigenem Grill auf einem Rastplatz machen. Die Berge sind sehr beeindruckend und sehen immer wieder anders aus. Teilweise kam es uns vor, als seien wir in den Blue Mountens in Australien. Auch die Serpentinen und Straßenführungen im Wald erinnerten uns an unsere Australienreise. Das Wetter ändert sich auch ständig, von 28 Grad im Tal innerhalb von 10 Minuten auf 12 Grad am Berg. Es nieselt erst, dann gießt es und dann kommt man durch Gebiete, wo es scheint, als ob kein Tropfen gefallen ist.

Gegen 17 Uhr treffen wir am Campingplatz ein. Andreas spricht perfekt spanisch, ich verstehe nicht viel, was sich die beiden da erzählen. Der Campingplatz ist super, wir haben einen super Blick auf die Berge. Wir können uns gar nicht für einen Stellplatz entscheiden, es sieht überall gut aus.

Campingplatz
So ein traumhafter Stellplatz

Nachdem wir die Markise ausgerollt haben, hört es ziemlich schnell auf zu regnen. In der Snackbar wollen wir erst nur ein Käffchen trinken, dann wird daraus anschließend doch ein Abendbrot mit Morzilla (Andreas gewöhnt sich schon an die spanische Grillspezialität) und Hähnchen. Wir kommen mit einem jungen Pärchen ins Gespräch, die uns erklären, dass wir zum Wandern um 6 Uhr unterwegs sein sollten, da es seit 6 Tagen ab 13 Uhr anfängt zu gewittern. Es ist eine nette Unterhaltung, aber ich bin mir sicher, dass wir um 6 Uhr nicht mit den Wanderschuhen vorm Bus stehen werden. Andreas beantragt um 20 Uhr seine nächsten 3 Tage frei.

31.05.2023 – Wanderung Ordesa – Pferdeschwanz-Wasserfall

Wir sind zwar um 6 Uhr munter, bzw. mal wach, aber stehen nicht auf. Aber dann doch so früh, dass wir pünktlich um 9 Uhr zu unserer Wanderung losfahren können. Gut, dass wir den Tipp bekommen haben, mit dem Auto zu fahren. Es geht in den ältesten Nationalpark in den Pyrenäen (1918), es ist einfach herrlich. Dort finden wir einen riesengroßen Parkplatz mit super Information und gut ausgeschilderten Wanderwegen. Wir entscheiden uns für den Weg zum Pferdeschwanz-Wasserfall (Colla de Caballo). Der Weg führt uns durch den Wald am Fluss Rio Arazaz entlang. Der Flusslauf begeistert uns mit seinen Wasserfällen und tiefen Schluchten. Zuerst sieht der Weg ziemlich flach und einfach aus, doch nach 20 Minuten kommen die ersten Steigungen. Insgesamt führt uns der Weg mehr als 700 Meter in die Höhe und endet auf einem Hochplateau in einem Talkessel mit wunderschönen Ausblicken. Die Rinder fühlen sich hier oben auch wohl. Da wir vom Wetterbericht beeinflusst waren, sind wir zum Anfang ziemlich schnell gegangen. Oben auf dem Hochplateaus treffen wir nochmal das Pärchen vom Campingplatz. Sie haben ihren 6 Uhr Plan auch nicht ganz geschafft. Sie beruhigen uns mit ihrer Wettervorhersage, dass es erst ab 16 Uhr regnen soll. Somit gehen wir ganz entspannt bis zum Pferdeschwanz-Wasserfall. Mit den Vorbereitungen fürs Wandern müssen wir uns beim nächsten Mal besser auseinandersetzen. Wir hatten nichts zu essen mit, aber immerhin eine Flasche Wasser. Glücklich gehen wir zurück. Nach mehr als der Hälfte des Rückweges fängt es dann doch an zu regnen. Andreas holt seine mehr als 20 Jahre alte Regenjacke heraus, die ihn und den Rucksack ganz locker bedeckt.

Wir sind von den Pyrenäen so beeindruckt, dass wir überlegen noch einen Tag länger hier zu bleiben und fragen an der Information nach einer Gletschertour. Sie guckt uns ganz verwirrt an und meint: Ja, es gibt Gletschertouren, aber nicht bei solchem Wetter und außerdem 6 Stunden hoch und 6 Stunden runter. Das muss man wirklich wollen (können). Wir gehen in die Snackbar und stärken uns und sind total kaputt, aber auch stolz auf unsere 19 km Wanderung. Angekommen auf dem Campingplatz scheint wieder die Sonne. Wir sitzen zufrieden in unseren Stühlen am Bus. Nach 1 Stunde zieht an der einen Hälfte des Berges eine graue Wolke auf und auf der anderen Seite scheint die Sonne. Wir entscheiden uns, die Sachen in den Bus zu räumen und schaffen es rechtzeitig bis zum Gewitter. Seitdem sitzen wir mit einem riesengroßen Schwarm Fliegen im Bus.

01.06.2023 – Ordesa – Huesca – Castillo de Loarre – Zaragoza

Die Wolken hängen tief in den Bergen, es sind nur 6 Grad. Und es nieselt immer wieder. Bei diesem Wetter fällt es uns nicht schwer die Weiterreise anzutreten. Wir fanden es in den Pyrenäen sehr schön. Wir frühstücken im Bus und gegen 10 Uhr fahren wir entsprechend unserer neuen Planung Richtung Zaragoza. Santiago de Compostella haben wir nun abgewählt, weil die zusätzlichen 800 km viel Fahrerei wären. Nach 1,5 Stunden machen wir Halt in Huesca, einer Kleinstadt (53.000 Einwohner) mit viel Kirchen und Klostern. Die nicht so riesige Kathedrale hatte ihren Charme und einen schönen Innenraum. Die Mittagsmesse fand gerade statt. Neben den Kirchen und Klöstern waren wir im Museum für Schule. Mit dem Mittagessen hatten wir leider nicht so viel Glück, das war sehr … naja.

Wir entscheiden uns dann noch für die Tour zum 25 km entfernt liegenden Castillo de Loarre und sind von der Aussicht sehr begeistert. Vor uns breitet sich eine riesige Ebene aus, ein wunderschöner Blick in die Weite. Auch die Audioführung durch die Burg, die Herberge für Könige, Mönche und Soldaten war, ist sehr gut. Nach einem Käffchen fahren wir weiter über beeindruckende Landschaften nach Zaragoza.

Der Campingplatz ist ein Kontrast zum Platz von heute früh und er ist relativ voll. Nach kurzer Zeit fühlen wir uns hier aber auch wohl und genießen es, in der Sonne und auch jetzt noch (22:30 Uhr) draußen sitzen zu können.

Auch am Castillo de Loarre haben wir einen neuen Magneten für unseren Kühlschrank gekauft (besondere Orte bekommen einen Platz an unserem Kühlschrank :-)).

02.06.2023 – Zaragoza

Wir schlafen lange und frühstücken draußen. Wir fahren mit dem Bus in die Stadt, klappt gut. Wir kommen genau an der Information von Zaragoza an und versorgen uns gleich mit einem Stadtplan. Auch können wir in der Touristeninformation auf den Visitpoint steigen und haben gleich einen guten Überblick über die Stadt. Aus der Information kommen wir in Zaragoza am Plaza del Pilar an, ein schöner gigantisch großer Platz mit vielen Sehenswürdigkeiten. Wir gehen gleich in die Basilika Nuestra Senora del Pilar, sind beeindruckt und suchen den Eingang zum Turm für eine Aussicht über die Stadt. Dort haben wir einen schönen Blick über die Altstadt und die wunderschönen bunten Dächer der Basilika. Beim Kauf der Karte für den Aufzug für den Aussichtspunkt gab es für einen kleinen Aufpreis das Rosario de Cristal und die Catedral Zaragoza dazu.

Die Markthalle ist okay, beeindruckt uns nicht so wie im Reiseführer versprochen, aber es gibt lecker Kirschen, die wir auf einer warmen Parkbank verspeisen. Wir gehen durch die Altstadt und sind begeistert von den kleinen Straßen und Gassen. Zum Mittag kehren wir ins Casa Lac (ältestes Restaurant Spaniens) ein und entscheiden uns fürs 3-Gänge Menü. Andreas isst sogar Fisch, es schmeckt alles sehr lecker. Beim Shoppen wird Andreas mit 2 kurzen Hemden fündig. Danach gehts ins Rosario de Cristal, einer Ausstellung von riesigen Glaslaternen, welche beim Umzug am 13. Oktober für die Frau auf der Säule geschaffen wurden. Beim Umzug geben sie sicher ein sehr schönes Bild ab. Obwohl wir schon ein bisschen fußlahm waren, schauen wir uns noch die Kathedrale mit ihren vielen unterschiedlichen Kapellen und architektonischen Eindrücken an. Nach der auch zur Kathedrale gehörenden Austellung mittelalterlicher Wandteppiche, brauchten wir erstmal eine Pause und stärkten und auf dem Plaza de Pilar mit Tonic und Cola. Zum Abschluss unserer Stadtbesichtigung gingen wir noch in den maurischen Stadtpalast Aljaferia – irgendwie Alhambra in klein, aber dafür heute Sitz des Parlamentes der Region Aragon. Einen Aufenthalt in Zaragoza können wir sehr empfehlen.

03.06.2023 – Zarogoza – Toledo

Das erste Mal bei dieser Tour ist es in der Nacht fast zu warm. Morgens ist es natürlich schön, draußen vorm Bus zu Frühstücken. Wir packen langsam unsere Sachen, der Campingnachbar zeigt uns noch einen Wohnmobil-Stellplatzführer und zeigt noch seinen VW-Bus (den seine Frau vom Onkel geerbt hat, der damit bis zu seinem 92. Geburtstag gereist ist). Wir sind gespannt, wie lange wir solche Touren machen werden. Wir berichten kurz von unserem Erlebnis im vorigen Jahr. Sie sind dankbar für den Rat, da sie auf der Rücktour die Route von Valencia nach Barcelona nehmen wollen. Es fängt langsam an zu nieseln, wir machen uns auf den Weg zu unserem letzten Halt vor El Puerto – El Greco in der Nähe von Toledo. Zum Mittag machen wir Halt an einer Tanke, es schmeckt sehr gut und ist sehr interessant. Man hat das Gefühl, die Spanier trinken immer Wein und Bier. Im Reloy Merlin (Baumarkt, den Andreas gut kennt) kaufen wir uns Insektengardinen für den Bus, da es in Zaragoza abends immer ca. 1 Stunde sehr viel Mücken gab und im Decathlon kaufen wir Kochgeschirr. Wir kommen gegen 17 Uhr auf dem Campingplatz in El Greco an. Es ist ein sehr angenehmer Campingplatz von dem man einen schönen Blick auf die Stadt Toledo hat. Der Campingwart warnt uns gleich, dass es heute sehr laut ist und bleibt, da in direkter Nähe ein Musikfestival stattfindet. Es ist tatsächlich ziemlich laut, aber okay. Heute sind 26 Grad, wir gehen das erste Mal in diesem Urlaub in einen Pool, ziemlich frisch zum Anfang, dann angenehm. Wir überlegen, zum Musikfestival zu gehen, lauschen der Musik dann aber doch von unserem Platz aus und beschäftigen uns mit dem Blog.

04.06.2023 – Toledo

Gegen 6 Uhr endet das „Toledo Beat Festival“ und es kehrt Ruhe auf dem Campingplatz ein. Ich kann also direkt in meine morgendliche Tiefschlafphase starten. Ab 9 Uhr wird Andreas dann doch unruhig und wir starten in den Tag. Genug Zeit um den Bus um 11:20 Uhr Richtung Innenstadt zu bekommen. An der Bushaltestelle treffen wir ein Pärchen aus dem Ruhrgebiet. Sie erklärt uns noch die Feinheiten über die Linienführung des Busses und dann gehts los. Wir steigen in der Nähe des Alcasar aus und spazieren entspannt um diesen herum. Ein paar Fotostopps später erreichen wir den Eingang. Am Schild sind die Preise mit dem Hinweis – „free entrance“ überklebt.  Na gut – dann nichts wie rein. Nach der Sicherheitskontrolle gab es dann doch einen Ticket Schalter, dort wurde uns dann erklärt, dass der historische Teil des Museums geschlossen hat und deswegen alles andere frei ist. Wir finden uns dann im Militärhistorischen Museum zwischen alten Schwertern, Lanzen und Feuerwaffen wieder. Nach einem Umweg durch den Garten und einer kompletten Umrundung finden wir dann doch den Eingang zum interessanten Innenhof und die Aussicht von den Terrassen ist auch lohnenswert. Wieder auf der Straße angekommen stellen wir fest, dass sich trotz der Uhrzeit ca. 13 Uhr die zahlreichen Restaurants und Tapasbar schon sehr schnell füllen und wir entschließen uns noch vor der üblichen Zeit einen Platz zu Suchen. Wir versuchen es in einer Empfehlung aus dem Internet. Ein Angestellter sagt wir sollen uns einfach irgendwo hinsetzen, nach 5 Minuten kommt dann ein anderer und scheucht uns weg. Der Tisch wäre reserviert und an den anderen Tischen hätte er keine Lust uns zu bedienen. Na dann eben nicht – super Entscheidung wie sich herausstellt. Wir gehen dann weiter in Richtung Kathedrale und fragen in einem anderen Restaurant nach Plätzen. Es ist zwar auch alles reserviert, aber mit ein wenig Umräumen bekommen wir einen super Platz und das Essen war unschlagbar. Typisch spanisches Kontrastprogramm pur. Frisch gestärkt gehts weiter zur Kathedrale. Im Eintrittspreis ist ein Audioführer enthalten. Auf der Startseite wird die notwendige Zeit mit 1,5 h angegeben. Diese haben wir nur knapp überzogen, was aber auf Grund des super gemachten Führers nicht zu spüren war. Na die Füße meldeten sich doch schon, aber mit denen hören und sehen wir ja nicht. Draußen angekommen stelle ich fest, dass die Tasche vom Fotoapperrat fehlt. Ich überrede den Sicherheitsmann am Eingang, dass ich nochmal rein muss, um diese zu suchen. Leider war die Suche erfolglos. Es ist schon nach halb 5 und wir entscheiden uns den Bus 17:10 Uhr zu nehmen da dieser nur stündlich fährt. Also ab durch die festlich geschmückten Gassen zur Bushaltestelle. Irgendwie würden wir gern noch bleiben, wenn wir bloß wüssten wofür die ganzen Vorbereitungen sind. Auch Google weiß nicht was für ein Fest bevor steht und vor allem wann es gefeiert werden soll. Also doch rein in den Bus, drin treffen wir die Beiden aus dem Ruhrpott wieder. Wir schwatzen noch ein wenig und rätseln ob das Gewitter am Horizont noch kommt. Trotzdem gehen wir dann erstmal in den Pool – richtige Entscheidung – es zieht vorbei. Nun können wir den erlebnisreichen Tag in Toledo ausklingen lassen. Der Urlaub ist vorbei. (Schadesmiley)

05.06.2023 – Toledo – El Puerto de Santa Maria

Die heutige Nacht war ruhig und wir haben unsere letzte Nacht im Bus super geschlafen. Wir frühstücken, es ist super Wetter. Das Rentnerpärchen aus dem Ruhrpott kommt nochmal bei uns vorbei und wir besprechen Details der Busse und gucken uns auch noch ihren VW-Bus an. Nebenbei erfahren wir noch, dass sie schon 70 Jahre alt sind. Wir müssen unbedingt weiter Campingtouren mit dem Bus machen, das scheint jung zu halten. 😉 Der Mann wünscht mir noch die „richtige Entscheidung“ im Oktober. Wir fahren dann die „schöne Strecke“ und gegen 14 Uhr trauen wir uns in ein Restaurant, sind sehr begeistert und freuen uns, dass wir so langsam mit den spanischen Zeiten klarkommen. Gegen 18:30 Uhr kommen wir in der Wohnung in El Puerto an, müssen erstmal die Wohnungsschlüssel suchen und werden dann von einer Unmenge Fliegen empfangen… Wir springen erstmal in den Pool. Obwohl 32 Grad sind, fühlt es sich durch den Levante viel kühler an.

Wir sind da