21. KW vom 24.-28.05.2023

Reise mit Andreas nach Spanien Luxemburg/Orcet-Puy de Dom/Millau/ Andorra

24.05.2023 – Abreise Rostock – Luxemburg

Schon am Montag zum Abendbrot stellte Andreas den „Antrag“, unsere Reise nach Spanien um einen Tag zu verschieben. 🙂 Ich konnte Andreas Bedenken sofort nachvollziehen, weil der Ausbau des Busses noch nicht fertig war. Das lange Wochenende in Koserow war sehr schön, aber auch kräftezehrend mit den langen Sessions beim Singen mit dem neuen Mikrofon von Eik am Lagerfeuer.

Andreas hat einen langen Auszug für den Kühlschrank und die Kisten gebaut. Der Kühlschrank ist nun hinten im Bus, weil wir 2 zusätzliche Sitze im Bus für unsere Besucher in El Puerto haben wollten. Die Hausgemeinschaft kam oft zum Gucken vorbei. Eigentlich wollten wir uns noch mit einem Würstchen und Bierchen verabschieden, aber leider reichte die Zeit dazu nicht.

Ein letzter Blick auf den Vito bevor es losgeht

Heute gegen 11 Uhr traten wir dann unsere Reise nach Spanien an. Die 807 km bis nach Luxemburg wurde durch einen kurzen Stop am Kaufland in Hannover-Garbsen zum Tanken und Verpflegung vervollständigen unterbrochen. Andreas hat noch versucht an einer Videokonferenz teilzunehmen.

Ziemlich genau um 20 Uhr erreichen wir den Campingplatz Kockelscheuer, 4 km vom Zentrum zur Stadt Luxemburg entfernt. An der Rezeption sind wir überrascht, der Zeltplatz ist fast voll. Aber eine kleine Parzelle für den kleinen Vito hatte die freundliche Luxemburgerin noch.

Wir finden die Parzelle groß 🙂

Bei nur 11 Grad Außentemperatur entscheiden wir uns, im Bus zu essen. 🙂 Andreas hat nur eine dünne Jacke mit. Er möchte wohl mal wieder shoppen.

Wir Schwatzen und entscheiden uns dann doch für einen Blog… Und freuen uns auf unseren morgigen Ausflug in die Stadt.

25.05.2023 – Luxemburg

In der Nacht sinkt die Temperatur bis auf 7 Grad. Aber unser Heizlüfter macht seine Sache gut und ich friere nicht (Andreas besteht hier auf die Ich-Form). Wir schlafen gut und werden gegen 8 Uhr munter. Es sind nun 11 Grad, wir hadern damit draußen zu Frühstücken. Aber ein Blick zu den Niederländischen Campingnachbarn, welche kurzärmlig am Frühstückstisch sitzen, lässt uns als Norddeutsche keine Chance. Draußen in der Sonne ist es dann wirklich angenehm. Wir kommen langsam in den Urlaubsmodus und schauen zu, wie sich der Platz leert und planen unseren Stadtrundgang.

Um 11:30 Uhr geht es mit dem kostenlosen Stadtverkehr los. Nach ca. 25 Minuten erreichen wir die Innenstadt und werden mit einem Glockenspiel der Kirche begrüßt. Wir schlendern erst in der Innenstadt durch einen Teil der riesigen Fußgängerzone. Unsere Sightseeingtour beginnen wir am Place Guillaume. Wir wandern an den Stadtmauern entlang, fahren mit dem Fahrstuhl in den Grund und kehren dort zum Mittagessen in einem Pub ein. Ist ziemlich teuer, aber schmeckt gut. Wir wandern über viele Plätze und schöne Aussichtspunkte (alles UNESCO Kulturerbe), fahren dann mit dem Glasfahrstuhl wieder hoch in die Stadt. Dort gönnen wir uns noch ein leckeres Eis. Zum Schluss bestaunen wir auf dem Platz der Konstitution die goldene Frau. Luxemburg ist eine schöne entspannte Stadt. Das Wetter meinte es gut mit uns, es sind um die 20 Grad geworden. Wir fahren zurück zum Campingplatz. Andreas wird für seine Schubkastenkonstruktion vom Campingnachbarn gelobt. Bei der Brasserie auf dem Campingplatz sind erst die Plätze sehr begehrt, aber nach ein bisschen Warten auf der gemütlichen Couch, ist es dann sehr lecker.

26.05.2023 – Orcet

In der heutigen Nacht blieb der Heizlüfter aus. Wir schlafen super in unserem Vito. Wir können in der Sonne frühstücken und um 9:45 Uhr setzen wir unsere Reise Richtung Süden fort.

Nach kurzen Pausen und einem Stopp zum Mittagsbüfett auf dem Kühlschrank 🙂 erreichen wir nach 660 km unserer Zwischenziel Orcet; ein kleiner Ort in der Nähe von Clermont Ferrand, europaweit besser bekannt durch das in Volvic abgefüllte Mineralwasser. Unser morgiges Ausflugsziel Puy-de-Dôme können wir schon sehen. Unser Zeltplatz ist sehr angenehm ruhig und leer. Entgegen der immer noch verbreiteten Annahme, dass Franzosen nur französisch sprechen, wurden hier 4 Fremdsprachen (Englisch, Deutsch, Niederländisch und Spanisch) angeboten. Bei 26 Grad drehen wir die Markise auf und sie spendet dem Bus wirklich Schatten. 🙂 An der Rezeption haben wir verstanden, dass die Snackbar um 18 Uhr schließt. Deshalb beeilen wir uns noch Brötchen zu holen. Brötchen gibt es nicht, dafür wieder Eis und Mocktail. Wir gehen in das sehr verlassene Dorf in den Bourlanger. Die Hauptsaison beginnt hier am 7.07. und endet schon am 28.08. Wir grillen an unserem Platz und genießen die Ruhe, einfach schön.

27.05.2023 – Puy-de-Dôme – Volvic – Millau

Gegen 10 Uhr starten wir zum Puy-de-Dôme, ein 1465 m hoher ruhender Vulkan, einer der berühmtesten Berge Frankreichs. Vom Parkplatz in ca. 850 m Höhe führt eine Zahnradbahn einmal um den Berg herum nach oben. Schon unten waren wir überrascht von der Vielzahl an Paragleitern, diese wurde auf dem Berg nochmal überboten. So viele haben wir noch nie so nah in der Luft und beim Starten gesehen.

9. Etappe in 2023 – Puy de Dome
Zahnradbahn
Es sieht nicht immer professionell aus…
Die Vulkankette

Es ist ein wunderschönes Panorama auf die Kette der Vulkane. Wir wandern auf dem Plateau um den Berg herum und machen viele Fotos. Ein Pärchen spricht uns an, dass die Sicht ja nicht so super wäre und erzählt uns, dass sie schon über 300 mal auf den Berg gewandert ist. Eine Stunde hoch und um den Berg herum runter 1,5 Stunden. Sie erzählt uns noch viel über die Berge und die Möglichkeiten, die Umgebung zu erkunden. Drauf hin entschließen wir uns doch noch Volvic zu besuchen. Die Anfahrt wird durch ein Fahrradrennen auf der Strecke erschwert, wir müssen drei Umleitungen fahren, kommen dann aber durch die engen Gassen an der Grotte de la Pierre de Volvic an. Wir haben uns was ganz anderes vorgestellt, aber es war eine interessante, sehr gut gemachte Multimedia-Tour. Volvic war zuerst berühmt für seine Steinbrüche. Auch das Wasser wurde eigentlich als Schmiermittel für die in Volvic erfundene Bandsäge gesucht. Nach unserem Besuch in der Künstlichen Grotte, welche die Steine für die Kathedrale von Clermont-Ferrand lieferte, fuhren wir noch in den nahegelegenen Park an der Volvic-Wasser-Abfüllanlage vorbei. Dort konnte man in den 700 m langen Tunnel schauen, aus dem 170 l/s Mineralwasser laufen. Natürlich konnten wir auch unsere Trinkflaschen mit original Volvic Wasser füllen.

Nach einem kurzen Picknick ging es dann weiter zu unserem Übernachtungsplatz. Da wir nicht mehr richtig viel Lust zum Fahren hatten entschieden wir uns für den Campingplatz St. Martin. Dieser liegt in einem beeindruckendem Tal – fast unter dem Viaduc de Millau, der mit 2460 m Länge und 384 m Höhe die größte Schrägseilbrücke der Welt ist.

Der Regen bei der Ankunft wird bei der freundlichen Begrüßung durch die Eigentümerin zur Nebensache. Auch hier gab es wieder keine Sprachbarriere – na gut Bärbel heißt wie so oft Barbara.

Unterm Kirschbaum

28.05.2023 – Millau – Andorra

Wir schlafen super unter den Kirschbäumen bis 8 Uhr. Da unser Platz vom abendlichen Regen noch feucht ist und wir das Fahrrad nicht abbauen wollen, gucken wir zur Snackbar und treffen die freundliche Eigentümerin. Wir bestellen Kaffee und Frühstück und machen es uns auf der Terrasse gemütlich.

Beim Bezahlen freut sie sich wieder sehr über meinen Namen und stellt mir eine Rechnung mit großen Buchstaben BARBARA aus. Sie gibt uns noch einen Tipp für eine 20 Minuten entfernten Blick über das Tal zur Brücke. Es ist eine schöne kleine Wanderung. Dabei sehen wir zuerst 2 Adler, dann 4 und irgendwann so viele, dass man sie nicht mehr zählen kann. Wir sehen, wie sie sich auf dem Feld sammeln und zwischendurch immer wieder vertrieben werden. Neugierig wie wir sind, gehen wir zur Stelle und treffen dort 2 Männer, die gerade ein Kalb vom Feld geborgen haben. Sie waren ziemlich aufgebracht. Auf dem Rückweg finden wir einen Kirschbaum, wo die Kirschen so tief hängen, dass wir ankommen.

Gegen 12 Uhr machen wir uns auf den Weg zu unserem neuen Ziel, Andorra (Zwergstaat, 80.000 Einwohner, kein EU-Mitglied). Wir entscheiden uns für die 0,5 Stunden längere Tour, aber ohne Mout. Die A75 ist kostenlos, extra für die schwach besiedelte Region und fährt sich gut (teilweise auch 130 km/h). Gegen 14 Uhr wollen wir in eine französische Gaststätte kurz vor der Grenze einkehren. Leider wollen sie uns nicht haben, dann gibt es eben etwas aus unserem Kühlschrank.

Wir fahren durch die Pyrenäen. Es ist sehr beeindruckend, wir fahren die Serpentinen hoch und runter, machen einige Fotostopps und sind begeistert von der Natur. Zwischendurch sind wir kurz in Spanien, gegen 18 Uhr treffen wir auf unserem Campingplatz in Andorra la Vella (Hauptstadt von Andorra) ein. Wir bauen den Bus auf/um und ruhen uns kurz aus. Glücklicherweise bringt der Platzwart meinen Ausweis, den die Rezeptionistin behalten hat; ich hatte ihn noch nicht vermisst.

Nach einer kurzen Pause machen wir uns auf den Weg in die Stadt, vom Campingplatz ca. 20 Minuten. Wir finden zuerst nicht die richtigen Straßen, Plätze etc. und treffen einige Leute, die genauso verwirrt durch die Gegend laufen. Bei einem super Abendessen mit anschließenden Desserts (Pofiteroles und Tiramisu) verbessert sich unsere Beziehung zu Andorra und wir finden dann auch die sehenswerten Dinge und beschließen auch den morgigen Tag hier zu verbringen.